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02. dicembre 1991
Museum Ludwig Köln
48 PORTRAITS
Helnweins Antwort auf Gerhard Richters Werkgruppe "48 Portraits"
Angeregt durch ein Rundfunkinterview der deutschen Feministin Alice Schwarzer, die öffentlich kritisierte, Richters Werkgruppe "48 Portraits" stelle nur Männer dar, fertigte zwanzig Jahre nach deren Entstehung der österreichische Maler Gottfried Helnwein 1991 einen Zyklus von 48 Porträtbildern weiblicher Persönlichkeiten. Als Gegenpol zum kühlen Grau der Serie Richters bediente Helnwein sich warmer Rottöne. 1994 erwarben die Sammler Peter und Irene Ludwig die Werkgruppe, die seitdem Teil der Sammlung des Museum Ludwig ist.
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Die Serie umfasst Porträts folgender Personen:
* Sofia Kowalewskaja (1850-1891) * Virginia Woolf (1882-1941) * Louise Otto-Peters (1819-1895) * Ella Fitzgerald (1917-1996) * Coco Chanel (1883-1971) * Lise Meitner (1878-1968) * Josephine Baker (1906-1975) * Hannah Arendt (1906-1975) * Claire Waldoff (1884-1957) * Marilyn Monroe (1926-1962) * Käthe Kollwitz (1867-1945) * Tina Turner (1939- ) * Patricia Highsmith (1921-1995) * Bertha von Suttner (1843-1914) * Janis Joplin (1943-1970) * Gertrude Stein (1874-1946) * Simone de Beauvoir (1908-1986) * Christa Wolf (1929- ) * Mileva Einstein (1875-1948) * Amelia Earhart (1897-1937) * Else Lasker-Schüler (1869-1945) * Pina Bausch (1940- ) * Erika Fuchs (1906-2005) * Selma Lagerlöf (1858-1940) * Marie Curie (1867-1934) * Marie-Luise Kaschnitz (1901-1974) * Emmeline Pankhurst (1858-1928) * Florence Nightingale (1820-1910) * Susan Sontag (1933-2004) * Marlene Dietrich (1901-1992) * Anne Frank (1929-1945) * Camille Claudel (1864-1943) * Margaret Mead (1901-1978) * Rosa Mayreder (1858-1938) * Irmtraud Morgner (1933-1990) * Meret Oppenheim (1913-1985) * Georgia O'Keeffe (1887-1986) * Isadora Duncan (1877-1927) * Astrid Lindgren (1907-2002) * Rosa Luxemburg (1871-1919) * Frida Kahlo (1907-1954) * Maria Callas (1923-1977) * Billie Holiday (1915-1959) * Clara Schumann (1819-1896) * Alice Schwarzer (1942- ) * Ingeborg Bachmann (1926-1973) * Elfriede Jelinek (1946- ) * Hedwig Dohm (1831-1919) |
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"48 Portraits", die Werkgruppe des deutschen Malers Gerhard Richter.
In fotorealistischer Manier schuf er in den Jahren 1971/72 eine Serie von 48 Porträtbildern von Persönlichkeiten, die die Moderne beeinflussten. Auf einen imaginären Betrachter in zentraler Position ausgerichtet, geben sie den Eindruck eines modernen Heldenfrieses. Mit dieser Arbeit nahm Richter 1972 an der Biennale von Venedig teil. Heute hängen die Bilder im Kölner Museum Ludwig.
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Die Serie umfasst Porträts folgender Personen:
* Mihail Sadoveanu (1880-1961)
* Otto Schmeil (1860-1942) * William James (1842-1910) * Jean Sibelius (1865-1957) * Hans Pfitzner (1969-1949) * Frédéric Joliot-Curie (1900-1958) * James Chadwick (1891-1974) * Max Planck (1858-1947) * James Franck (1882-1964) * Manuel de Falla (1876-1946) * Paul Valéry (1871-1945) * Enrico Fermi (1901-1954) * Alfred Mombert (1872-1942) * Bjørnstjerne Bjørnson (1832-1910) * Giacomo Puccini (1858-1924) * Saint-John Perse (1887-1975) * Paul Hindemith (1895-1963) * Albert Einstein (1879-1955) * Wilhelm Dilthey (1833-1911) * Isidor Isaac Rabi (1898-1988) * François Mauriac (1885-1970) * Rainer Maria Rilke (1875-1926) * Karl Manne Siegbahn (1886-1978) * Anton Webern (1883-1945) * José Ortega y Gasset (1883-1955) * Gustav Mahler (1860-1911) * Arrigo Boito (1842-1918) * Igor Strawinski (1882-1971) * Pjotr Iljitsch Tschaikowski (1840-1893) * Herbert George Wells (1886-1946) * Alfredo Casella (1883-1947) * Paul Dirac (1902-1984) * Paul Claudel (1868-1955) * Nicolai Hartmann (1882-1950) * Thomas Mann (1875-1955) * John Dos Passos (1896-1970) * Patrick Maynard Stuart Blackett (1897-1974) * Franz Kafka (1883-1924) * Louis-Victor de Broglie (1892-1987) * Graham Greene (1904-1991) * Alfred Adler (1870-1937) * Hugo von Hofmannsthal (1874-1929) * Émile Verhaeren (1855-1916) * Oscar Wilde (1854-1900) * Anton Bruckner (1824-1896) * William Somerset Maugham (1874-1965) * André Gide (1869-1951) * Rudolf Borchardt (1877-1945) |
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FOTOGRAFEN UND MALER
fotoMAGAZIN
Kunstmarkt 01. Mai 1996 |
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Interview mit dem Kunstsammler Peter Ludwig
Die Kunstsammler Irene und Peter Ludwig gehören zu den wichtigsten Sammlern moderner Kunst. Ohne das Engagement von Professor Ludwig und seiner Frau wäre Köln "kunstärmer". Das nach Mäzen Ludwig benannte Ludwig-Museum widmet sich auch der modernen Fotokunst. Derzeit wird eine maßgebliche Fotokunst-Ausstellung vorbereitet. Grund genug, den berühmten Sammler Mäzen zu seinem Verhältnis zu Fotokunst zu befragen.
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fm: Sie haben sich als renommierter Kunstkenner auch mit Gemälden beschäftigt, die nach Fotos gemalt wurden - etwa von Malern wie Gerhard Richter und Gottfried Helnwein. Beide haben Porträts gemalt "wie fotografiert" - was reizt Sie daran?
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Ludwig: Das Foto ist seit der Erfindung der Fotografie ein wesentliches Medium auch für die Maler. Der ganze Impressionismus ist undenkbar ohne Fotografie. Der Bildaufbau der Impressionisten kommt von der Fotografie. Und bedeutende Impressionisten waren auch bedeutende Fotografen.
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fm: Trotzdem: Wozu denn so etwas wie die Arbeiten von Richter oder Helnwein, die Lexikonfotos abmalten?
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Ludwig: Der Künstler benutzt die Fotovorlagen, um daraus Bilder zu machen - und das ist etwas, was es schon im 19. Jahrhundert gab. Lehnbach hat seine berühmten Porträts der Zeitgenossen nach Fotos gemalt. Richter und Helnwein haben den Fotovorlagen einen zusätzlichen Akzent gegeben - sie haben sie in Bilder umgesetzt und nicht kopiert.
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Kölner Stadt-Anzeiger
48 FRAUEN
Sibylle Schatz Kultur 18. Dezember 1991 |
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Gottfried Helnwein antwortet Gerhard Richter.
Die folgende Geschichte reicht bis in die siebziger Jahre zurück. Damals malte der Künstler Gerhard Richter eine Serie von 48 Porträts als deutschen Beitrag zur Biennale in Venedig. Mit den gleichformatigen, realistisch gemalten Abbildern bedeutender (männlicher) Persönlichkeiten des 19. und 20. Jahrhunderts entstand ein streng formal ausgerichtetes Gesamtensemble, das nunmehr den Treppenaufgang des Kölner Ludwig-Museums flankiert. 1991, zwanzig Jahre später, präsentiert der nahe Köln lebende Künstler Gottfried Helnwein ein malerisches Gegenstück. Seine 48 gleichformatigen, realistisch gemalten Abbilder (in leuchtendem Rot statt in Richters stillem Grau) zeigen bedeutende weibliche Persönlichkeiten des 19. und 20. Jahrhunderts.
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EMMA
48 PORTRÄTS
01. Dezember 1991 |
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Bis jetzt gab es sie nur einmal, die "48 Portäts von Persönlichkeiten, die die Moderne beeinflussten". Sie hängen in der Eingangshalle des renommierten Kölner Museum Ludwig, gemalt Anfang der 70er Jahre in fotorealistischer Manier von Gerhard Richter, 59. Die weniger nach inhaltlichen und mehr nach formalen Kriterien ausgewälten Porträts haben nicht nur einen Haken, aber den vor allem: sie zeigen ausschliesslich Männer. 20 Jahre später antwortete der Maler Gottfried Helnwein, 43, seinem Kollegen: Er malte die "48 Frauen-Persönlichkeiten". Die Wand im Museum, die den Männern gegenüberliegt, ist noch frei.
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| 02. dicembre 1991 | Museum Ludwig Köln | ||
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