Selezione di testi critici
1 gennaio 1996
CHINESISCHES KUNSTMUSEUM, PEKING
Astrid Legge, Astrid Maria, Petra s.Versteegh, Pia vom Dorp
Peter und Irene Ludwig schenken China Kunstwerke
Ludwig Museum für Internationale Kunst, Chinesisches Kunstmuseum, Peking, 1996
Gründung des Ludwig Museums für Internationale Kunst im Chinesischen Kunstmuseum in Peking, Katalog zur Ausstellung der Kunstwerke die das Sammler-Paar Peter und Irene Ludwig an China geschenkt haben. Das Bild "Dresden" (Mischtechnik auf Leinwand) von Gottfried Helnwein ist Teil dieser Sammlung.
catalogue
1996
Seite 102, 103, ( Abb. 27)
GOTTFRIED HELNWEIN, Österreich
"Dresden"
Von oben fällt der Blick des Betrachters auf die Ruinen Dresdens. Einzelne stehengebliebene Fassaden ragen düster mit leeren Fensteröffnungen in die Höhe. Am rechten Bildrand ist eine Gestalt zu sehen, die fassungslos auf das grauenhafte Bild zu schauen scheint und die linke Hand hilflos nach vorne streckt. Bei genauerem Hinsehen zeigt sich die Figur als steinerner Engel an einer Kirche. So erklärt sich der hohe Betrachterstandpunkt als Dach einer im ehemaligen Stadtzentrum befindlichen Kirche.
Das Bild zeigt die verheerende Verwüstung der Stadt Dresden nach dem lezten Bombenangriff in Zweiten Weltkrieg, bei dem 100 000 Menschen um ihr Leben gekommen sind. Es geht zurück auf ein berühmtes Original-Foto, das von dem deutschen Fotografen Richard Peter 1945 aufgenommen wurde.
Helnwein setzt diese Vorlage in einer besonders wirkungsvollen Weise um. Nähert man sich dem Bild von Weitem, ist man von dem tiefen, distanzierenden Blau der Ansicht überrascht, die die kalte Stimmung der zerstörten Stadt noch hervorhebt. Nähert man sich dann dem Bild, um Einzelheiten genauer wahr-nemen zu können, löst sich das ursprünglich realistische Bild in einzelne zusammenhanglose blaue Frabflecken auf. Durch diese vexierbildhafte Auflösung läßt Helnwein den Betrachter die Zerstörung mit eigenen Augen erleben.
Das Bild gehört zu einer Katastrophen-Serie, die Kriegsszenen, Flugzeug-abstürze und zerstörte Städte zeigt. Helnwein hat diese Serie zunächst fotografisch umgesetzt und sich erst später auch malerisch diesem Thema genähert. Die Serie ist ein Mahnmal für alle Arten von Zerstörung durch menschliches tun.
Helnwein at the National Museum of Fine Arts, Beijing
2004




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